Stadt Haan

Mehr Qualität bei weniger Ressourcenverbrauch

Wie in Haan eine Grundschule und eine Musikschule in ein neues gemeinsames Gebäude zogen und alle gewonnen haben

„Wir bräuchten mal ein richtiges Schadenskataster!“ Aus diesem Wunsch der Leiterin des Hochbauamtes Ute Eden und dem seinerzeit verantwortlichen Technischen Beigeordneten Matthias Buckesfeldt entstand seit 2005 in der Stadt Haan eine der ersten und bislang konsequentesten Strategien für das kommunale Immobilienportfolio.

Mit dem Startpunkt im Spielfeld „Bau & Technik“ war schnell klar, wie groß bei welchen Gebäuden welcher Sanierungs- und Handlungsbedarf war. Aber was dann? Mit der Gießkanne Gelder verteilen und die nächste Flickschusterei betreiben? Das kann’s nicht sein. Also begann ein Prozess des Gewichtens und der fängt an bei „Nutzung & Bedarf“ oder eben der Frage: „Was brauchen wir eigentlich wirklich? Wie stellen wir fest, dass wir das das, was wir heute sanieren, auch morgen noch so brauchen? Hat schon mal jemand wirklich analysiert, was die Nutzer in den Gebäuden tun, anstatt immer nur zu fragen, was die Leute meinen zu brauchen? Könnten wir manchen Bedarf nicht auch anders decken?“

Eines der Ergebnisse:
Statt eine Musikschule mit hohem Sanierungsbedarf und eine Grundschule mit nicht minder großem Investitionsstau einfach so gut wie möglich instand zu setzen, wurde für beide Nutzungsarten ein neues gemeinsames Gebäude errichtet. Die Auslastung von Grundschulen ist morgens hoch, die Auslastung von Musikschulen erst nachmittags. Beide Nutzungsarten kommen sich nicht ins Gehege. Und da beide Schulen nur 500 m von einander entfernt lagen, gibt es auch für die kleinen Nutzer keine Einschränkungen.

Das neue Gebäude trägt allen Grundschul- wie Musikschulbedarfen Rechnung, ist aber im Neubau bei weitem wirtschaftlicher und verbraucht mit einer 30%-Senkung deutlich weniger Ressourcen als das Bereitstellen von zwei sanierten Gebäuden es sein würde.

Der innenstadtnahe Musikschulstandort konnte verwertet werden, auf dem Gelände der Grundschule entstand der Neubau.

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Diese Tools und Projektleistungen kamen zum Einsatz:

  • Baulich-technischer Quickcheck
  • Abbildung von Nutzung und Bedarf
  • Berechnung & Darstellung der Vollkosten des Immobilienportfolios
  • Tätigkeitsanalyse: Was tun Nutzer in Gebäuden?
  • Entwicklung konzeptioneller Nutzungsideen & Varianten der Nutzungsänderung
  • Konzeptentwicklung für Nutzungssynergien

Dauer:

  • 6 Monate

Projektmitwirkende:

  • Ute Eden, Leiterin des Hochbauamtes, Stadt Haan
  • Matthias Buckesfeldt, Technischer Beigeordneter a.D., Stadt Haan
  • Frank Werker, Geschäftsfeldleiter, i²fm
  • sowie die damaligen Leiterinnen der Grundschule und der Musikschule