i2fm: Zur Zeit ist vielfach zu hören: Das CREM muss sich gegenüber dem Kerngeschäft positionieren. Sehen Sie diesen Trend ebenfalls? Woher rührt er?
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Thomas Glatte: Das ist richtig. In den Krisenzeiten 2008/2009 war CREM in vielen Unternehmen gefordert und eine gefragte Institution. Einspar- und Optimierungspotentiale wurden gesucht und u. a. auch im Immobilienbereich gefunden. Seit Ende 2009 brummt bei vielen wieder das (Kern-) Geschäft. Da hat man vielerorts wieder schnell umgeschaltet und die hehren Ziele (fast) vergessen. Die Erinnerung wird im nächsten Downturn schmerzhaft sein.
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i2fm:Womit können sich Corporate Real Estater in ihren Unternehmen positionieren? Woran werden sie gemessen?
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Thomas Glatte: Ganz simpel: Nachhaltig Mehrwert schaffen. Wir müssen immer wieder die Kollegen im Kerngeschäft enttäuschen, dass bei uns selten "Quick Wins" zu holen sind. Es geht nicht darum, schnell einmal etwas Liquidität durch Verkäufe zu generieren. Antizyklisches Agieren, drittverwendungsfähige Konzepte für Immobilieninvestments, nachhaltiges Bewirtschaften sind nicht über Nacht zu erreichen. Da helfen kleine (und gern auch große) gemeinsame Erfolgserlebnisse und inbesondere eine Messbarkeit der eigenen Arbeit. Griffige Kennzahlensysteme, die sich an den Unternehmenszielen orientieren, sind dabei ein absolutes Muss.
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i2fm: Gibt es für den CREM-Bereich Kennzahlen oder Benchmarks, die zur Zeit besonders diskutiert werden?
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Thomas Glatte: Ich gelte als Fan von Benchmarks – intern wie extern. Gerade bei großen und heterogenen Immobilienportfolien kann eigentlich nur über Benchmarks sinnvoll gesteuert werden. Das Aufzeigen von Missständen und das daraus resultierende Ableiten von Maßnahmen stehen da im Vordergrund. Klassisch ist immer noch als Einstiegsmodell das "magische Dreieck" des Bürobenchmarks - Mietkosten versus Personalstand versus Mietfläche. Zunehmend sind nun auch Industriebenchmarks en vogue, wobei hier die Chemie- und Pharmabranche bereits seit einigen Jahren sehr aktiv und in einer Vorreiterrolle unterwegs ist. Ebenso gibt es regelmäßig internationale Benchmarks quer durch die betriebliche Immobilienwirtschaft seitens CoreNet Global. Deren Ergebnisse helfen einem CREM-Experten abzuschätzen, wie das eigene Portfolio dasteht und wo man als Verantwortlicher anzusetzen hat. |
i2fm: Fehlt vielleicht eine Art der Messung von "Produktivität" von Corporate Real Estate-Organisationen?
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Thomas Glatte: Ein klares "Jein". Die Kollegen mit sehr operativen CREM-Aufgaben (also beispielsweise im Gebäudemanagement) können üblicherweise bei gut aufgestellten OM-Prozessen durchaus ihre Produktivität nachweisen. Oft beziehen sich die Aufgaben von zentralen CREM-Einheiten aber auf rein strategische Aufgaben. Hier wird die Toolbox der Messmethoden recht klein, wenn man griffig bleiben und keine zu akademischen Ansätze wählen möchte. Hier gilt es aber anzusetzen und zu arbeiten, wie bereits vorab betont.
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i2fm: Herr Glatte, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
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Thomas Glatte ist Leiter Real Estate & Facility Management BASF-Group bei BASF SE und er ist Präsident des Chapters für Central Europe bei CoreNet Global. Das Interview führte Katja Bilski.
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