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Anstiftung zur Workplace-Revolution

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Interview Andreas Lindenstruth, STRABAG Property and Facility Services GmbH

i2fm: Großraum oder Einzelbüro?


Andreas Lindenstruth: Auch wenn wir immer noch in der Fläche das Einzelbüro als beherrschende Büroraumform finden, so gibt es doch eine starke Tendenz zu größeren und offenen Büros. Dies müssen jedoch nicht zwangsläufig als Großraumbüro ausgebildet werden. Vielmehr hat sich das Multispace-Office als gute Alternative gebildet, das die Vorteile der klassischen Büroraumformen vereint.

i2fm: 100% oder 70%?

Andreas Lindenstruth: Der Trend geht zu weniger ist mehr, d.h. wir sind immer weniger Zeit an unserem eigentlichen Arbeitsplatz, sondern verbringen mehr Zeit in Meetings, informellen Gesprächen im Gebäude oder außerhalb unserer Regelarbeitsstelle. Die Notwendigkeit, deshalb für jeden Mitarbeiter dauerhaft einen vollwertig ausgestatteten Arbeitsplatz vorzuhalten, nimmt aufgrund der vorgenannten Umstände deutlich ab.

i2fm: Betriebskosten oder Vollkosten?


Andreas Lindenstruth: Nicht erst seit der Immobilien- und Finanzkrise sollten alle Player die Vollkosten im Blick haben. Insbesondere um belastbare Investitionsentscheidungen treffen zu können, sind einzig die Vollkosten die relevante Rechengröße.

i2fm: Schwel- oder Flächenbrand?




Andreas Lindenstruth: In der Branche wird es weiter einige wenige markante Beispiele geben, die aber immer häufiger Anlass bieten für kontroverse Diskussionen einerseits begehrliches Interesse andererseits. Es wird keine kurzfristige Veränderung im größeren Umfang geben, denn dafür sind zu viele unterschiedliche Parameter individuell zu betrachten.


i2fm: Schwarz/Weiß oder Farbe?




Andreas Lindenstruth: Andreas Lindenstruth: Endlich verlassen wir die lange Periode in der in den Büros die vorherrschenden Farben weiß und grau (Boden, Wand, Decke, Mobiliar) waren. Immer mehr lebendige und inspirierende Arbeitsumgebungen werden geschaffen, da man erkannt hat, das mit solchen doch sehr einfachen Maßnahmen, sich entscheidende Vorteile erzielen lassen. Die Identifikation von Mitarbeitern zum Unternehmen und umgekehrt sowie der Kampf der Unternehmen um die besten Talente von morgen wird längst nicht mehr über das Gehalt geführt. Unternehmensbindende Elemente haben in die Architektur Einzug gehalten.

i2fm: Arbeitsraum oder Lebensraum?




Andreas Lindenstruth: Die Arbeitsmodelle der Gegenwart sind hoch modern, flexibel und dynamisch. Nicht erst das markante Beispiel von Google hat uns gezeigt, das unsere Immobilien (und damit die Büros) immer mehr zu Begegnungsstätten werden. Wir essen, wir diskutieren und unterhalten uns und natürlich arbeiten wir auch im Büro. Aber wir verlassen immer mehr jene Reglementierungen, die uns die letzten Jahrzehnte begleitet haben.

i2fm: Isolation oder Kooperation?




Andreas Lindenstruth: Der Arbeitnehmer, der heute noch überwiegend in konzentrierter Einzelarbeit in seinem Einzelbüro arbeitet, ist inzwischen fast schon als Auslaufmodell anzusehen. Teamarbeit und Projektarbeit als kooperative Zusammenarbeit mehrerer Mitarbeiter hat nicht nur in der Automobilindustrie Einzug gehalten.

i2fm: Büro oder Café?




Andreas Lindenstruth: Wir sind immer mehr global und mobil. Damit bringt es den Umstand mit, das wir immer seltener unsere eigentliche Arbeit im Büro verrichten, sondern viel mehr unterwegs. Dies erfolgt dann in dem Lounges der Flughäfen und Bahnhöfe, in den Starbuck-Cafés oder an jedem beliebigen Platz. Die heute zur Verfügung stehende technische Ausstattung ermöglicht es uns leicht, diese Flexibilität anzunehmen.

i2fm: 9 to 5 oder 24/7?




Andreas Lindenstruth: In einer globalisierten Welt bringt es den Umstand zwangsläufig mit sich, das wir die klassischen Arbeitszeitmodelle verlassen. Die aktuelle Studie der Bitkom zeigt, das inzwischen 88 Prozent der Berufstätigen auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit für Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte ansprechbar. Eine klare Trennung zwischen Job und Arbeit gibt es für die meisten Berufstätigen damit nicht mehr. Auch hier hat der technologische Fortschritt durch Smartphones und Tablet-PC`s entscheidend dazu beigetragen.

i2fm: Kamingespräche oder facebook?




Andreas Lindenstruth: Social Media hat in unser Leben Einzug gehalten. Nicht nur die Jugend von heute ist davon erfasst, sondern quer durch alle Altersschichten. Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, Xing etc. verändern die Mechanismen, wie wir mit Menschen in Kontakt treten und in Kontakt bleiben. Viele der unter 30-Jährigen haben sich daran gewöhnt, täglich bis ins letzte Detail über das Leben von durchschnittlich mehr als 100 Menschen auf dem Laufenden zu sein. Aber auch die Unternehmen selbst haben verstanden die sozialen Netzwerke zu Ihrem Vorteil zu nutzen. Angebot und Nachfrage haben sich insbesondere für die Generation Y massiv verändert. Die Veränderung von Produktionsarbeit zu Wissensarbeit hat diesen Trend wesentlich gefördert.


i2fm: Herr Lindenstruth, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.


Andreas Lindenstruth ist Leiter Flächenmanagement bei der STRABAG Property and Facility Services GmbH.
Das Interview führte Katja Bilski.

Warum ist ein neues Büroraumverständnis erforderlich?

Es ist traurig, aber die bittere Wahrheit: Wir hinken bei der Gestaltung unserer Büroflächen den Realitäten meilenweit hinterher. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verändern sich rapide. Die deutschen Büros jedoch bilden die Veränderungsprozesse in Gesellschaft und Arbeitsleben noch längst nicht ausreichend ab. Das Institut für Arbeitsforschung und Organisationsberatung attestiert Deutschland enorme Defizite, spricht gar von einem „bedenklichen Innovationsmangel“.

Kommunikation fördern
Drei Aspekte zeigen, wie sehr Wunsch und Wirklichkeit bei der Büroflächenarchitektur noch auseinanderklaffen. Der erste Aspekt betrifft die interne Kommunikation. Die wichtigste Quelle für neue Ideen in einem Unternehmen sind die eigenen Mitarbeiter. Sie sind wichtiger als externe Kunden und Geschäftspartner, und sogar wichtiger als interne Forschungsabteilungen, hat die Universität Leipzig ermittelt. Aber: In Deutschland arbeiten die meisten Mitarbeiter nach wie vor abgeschottet in 1- bis 2-Raum-Büros. Noch immer gibt es Einzel- und Zweierbüros in neun von zehn deutschen Unternehmen, hat der Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel (bso) kürzlich erhoben. Dominieren solche Zellenbüros das Bürokonzept, werden Ideenaustausch, Kommunikation und Zusammenarbeit eher behindert als gefördert.

Hier besteht folglich ein Widerspruch zu den betrieblichen Realitäten, in denen Kommunikation beispielsweise in Form von Gruppen- und Teamarbeit immer wichtiger wird. Der Anteil von Unternehmen, die auf Gruppen- und Projektarbeit setzen, liegt oft bei 75 Prozent und höher, Tendenz steigend. Der Erfolg der Teamarbeit kann dabei durch eine entsprechend offen gestaltete Bürolandschaft gefördert werden. Ein Indikator hierfür ist eine Interview-Reihe der Hans-Böckler-Stiftung, bei der die Machbarkeit und Umsetzung von offenen Bürostrukturen untersucht wurden. Dabei wurden 12 Unternehmen befragt, unter anderem aus den Bereichen Elektronik, IT, Telekommunikation und Journalismus. Das Ergebnis: Alle Interviewten sind der Meinung, dass offene Bürostrukturen die Kommunikation untereinander verbessert.

Die Begründung ist so naheliegend wie nachvollziehbar – beispielsweise würden Hemmungen abgebaut, andere um Rat zu fragen. Zudem sei es einfacher, den Nachbarn direkt anzusprechen. Dialogfördernde Grundrisse beziehen sich nicht ausschließlich auf den Nachbarn. Der interne Vernetzungseffekt lässt sich beispielsweise durch eine geschickte Wegeführung im Büro zusätzlich stärken. Es gibt äußerst gelungene Projekte in der Praxis, in denen es beispielsweise keine einzige „Sackgasse“ in der Bürolandschaft gibt, sondern ausschließlich Rundgänge. Dies fördert die Begegnung der Mitarbeiter untereinander. Dass es bei offenen Bürolandschaften insgesamt darauf ankommt, auch bewusst Rückzugsräume für die Mitarbeiter zu schaffen und Aspekte wie beispielsweise eine mögliche akustische Beeinträchtigung zu berücksichtigen, versteht sich dabei von selbst.

Veränderungsprozesse antizipieren
Ein zweiter Aspekt neben der kommunikationsfördernden Gestaltung: Die Bürogestaltung muss die allgemeinen gesamtgesellschaftlichen Veränderungsprozesse antizipieren. Das Arbeiten über Zeitzonen hinweg, die permanente Erreichbarkeit für Kunden, sich verändernde Wertehaltungen und Lebensweisen der arbeitenden Menschen stellen deutsche Unternehmen und ihre Mitarbeiter vor neue Herausforderungen, prognostiziert die Technische Universität Darmstadt für die kommenden Jahrzehnte. Aber: Statt auf die veränderten Rahmenbedingungen mit veränderten Bürokonzepten zu reagieren, hält die Mehrheit der Unternehmen an der bisherigen Gestaltung ihrer Büroflächen und Arbeitsplätze fest. Laut bso planen 75 Prozent der deutschen Unternehmen (noch) keine Änderungen oder sind der Auffassung, dass Änderungen trotz der aktuellen Trends voraussichtlich nicht erforderlich sein werden.

Dabei haben die Veränderungen massive Auswirkungen auf die so genannte Work-Life-Balance. Dabei wird es der Technischen Universität Darmstadt zufolge eine Vielzahl von Arbeitsnehmern geben, die Schwierigkeiten mit den gesellschaftlichen Veränderungsprozessen haben. Bei ihnen steigt die Wahrscheinlichkeit, von der Arbeit zerrieben zu werden. Eine Schlussfolgerung der TU Darmstadt: Unternehmen müssen einerseits gewisse Grenzen von Führungskräften und Mitarbeitern im Hinblick auf deren Erreichbarkeit akzeptieren. Andererseits müssen die Beschäftigten mehr gefördert werden, um besser mit flexiblen Arbeitszeiten und -orten umgehen zu können. Meine Schlussfolgerung ist hier, dass auch die Gestaltung von Bürolandschaften das Phänomen der zunehmenden Mobilität, Virtualität und Flexibilität abbilden muss.

Denn je mobiler wir leben, je größer die Ausmaße der permanenten Erreichbarkeit werden, desto mehr brauchen wir einen Ort, den wir als Heimat ansehen. Desto mehr brauchen wir einen Ort, den wir als Rückzugsraum empfinden, an dem wir uns wohlfühlen. Dies gilt sowohl privat als auch beruflich. So ergab beispielsweise auch die Studie der Hans-Böckler-Stiftung, dass der Wohlfühlfaktor für Bürobeschäftigte von großer Bedeutung ist – und dass das Büro dem Mitarbeiter das Gefühl einer „Home Base“ geben muss. Bei offenen Bürolandschaften ist dabei sowohl das Ambiente als auch eine akzeptable, überschaubare Größe wichtig. Den bereits oben genannten Aspekten der gleichzeitigen Kommunikations- und Rückzugsmöglichkeiten tritt somit ein weiterer Punkt hinzu: die bewusste Begrenzung von Größen. Die Bürolandschaft der Zukunft hat somit überschaubare Dimensionen und hat in seiner Zonierung mit dem überdimensionierten offene Großraumbüro mit 100 Personen oder mehr, wie wir es beispielsweise aus den USA kennen, nichts zu tun.

Mitarbeiter ansprechen – im doppelten Sinne
Neben den Aspekten Kommunikation und gesellschaftlicher Wandel wird ein dritter Punkt bei der Büroflächengestaltung üblicherweise drastisch unterschätzt: Ansprechend gestaltete Bürolandschaften können dazu beitragen, geeignete Mitarbeiter zu finden, zu halten und stärker an ein Unternehmen zu binden. Jones Lang LaSalle kommt in einer Studie über die Zukunft des Büromarkts Hamburg zu der Erkenntnis, dass eine gute Ausstattungsqualität immer stärker in das Kalkül der Nutzer rückt – und zu einem wichtigen Instrument der Mitarbeitergewinnung und -bindung wird. Frank Duffy, Ex-Präsident der britischen Architektenvereinigung, sieht Büroarchitektur sogar als „eine der stärksten Waffen im War for Talents”. Dieser Krieg um Talente ist demografisch bedingt, und es steht außer Frage, dass der Kampf der Unternehmen um die besten Köpfe bereits jetzt immer härter wird. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern attraktive Büroräume bieten, können die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen und somit die Bindung zum Unternehmen stärken. Aber: Oft weiß die Unternehmensführung gar nicht, wie zufrieden ihre Mitarbeiter mit den Räumen sind. Denn nur etwa jedes zweite Unternehmen führt Nutzerzufriedenheitsanalysen durch, so eine Studie der STRABAG Property and Facility Services und der TU Darmstadt. Die Wünsche und Anforderungen künftiger Mitarbeiter an ihre Bürolandschaft stehen meines Erachtens sogar noch deutlich seltener im Fokus der Unternehmen.

Was konkret sind die Wünsche und Anforderungen der Nachwuchskräfte von morgen an ihr Büro? Hinweise darauf, wie sich der Nachwuchs seine Arbeitsumgebung vorstellt, bietet eine Umfrage von Johnson Controls im Rahmen der Studie „Global WorkPlace Innovation“. Dabei wurden knapp 850 Deutsche im Alter von 18 bis 25 Jahren wurden befragt. Die Mehrheit favorisiert eine moderne Arbeitsplatzausstattung mit eher zarten oder sachlichen Farbtönen, die ihr Arbeitsumfeld prägen. Wichtig sind natürliche Oberflächenmaterialien, beispielsweise präferieren 75 Prozent der Befragten einen Holzfußboden. Gemütlich, offen und hell sollte das Büro sein. Darüber hinaus zeigt sich der Studie zufolge in Deutschland zudem eine Sehnsucht nach einem anregenden Umfeld. Insgesamt tendieren die Bürobeschäftigten von morgen also zu einem modernen, offenen Arbeitsumfeld mit viel Helligkeit, einigen Farbakzenten und natürlichen Oberflächen wie Holz, das eine gemütliche, aber inspirierende Atmosphäre ausstrahlt.

Die Ergebnisse der Studie deuten es bereits an: Neben der Formensprache der Architektur, den Raumdimensionen, der Form sowie der Anordnung der Einrichtung prägen vor allem Material, Licht und Farbe den Ausdruck eines Gebäudes und seiner Räume. Vor allem die Bedeutung von Farbe wird beinahe schon traditionell unterschätzt. Wassily Kandinsky zufolge kann eine entsprechende Harmonie aus Farben die menschliche Seele berühren. Dies gilt in gewisser Hinsicht auch für Büroräume: Farben muntern auf, aktivieren und motivieren den Menschen. Umgekehrt ist es aber auch möglich, dass sie ermüdend oder bedrückend wirken. Dabei kommt es nicht allein auf die Farbe selbst, sondern auch den Ort an, an dem sie eingesetzt wird. Der Wechsel von warmen und kalten Farben von Arbeits- zu Erholungs- oder Pausenbereich kann beispielsweise das vegetative Nervensystem anregen und den gewünschten Erholungseffekt sogar noch verstärken.

Fazit und Ausblick
Im Volksmund heißt es: Sag mir, wie Du wohnst, und ich sage Dir, wer Du bist. Letztendlich gilt dies auch für Unternehmen. Der Unternehmenssitz ist das Gesicht der Firma. Die Mitarbeiter identifizieren sich mit diesem Gesicht – und es ist möglich, dass die Büroarchitektur zu einem leistungssteigernden „Wir-Gefühl“ sowie einem Plus an Loyalität führt. Büroraumflächen sind Visitenkarten, sie sind Imagestiftend – sowohl nach außen, also zum Kunden, als auch nach innen zum Mitarbeiter. Gute Beispiele gibt es – allerdings meist im Ausland. Ein prominentes Beispiel ist das so genannte Google-Plex: Das Gelände von Google im kalifornischen Mountain View. Google fokussiert in besonders hohem Maße auf die Work-Life-Balance seiner Mitarbeiter. Neben den eigentlichen Büros gibt es dort gastronomische Angebote, Wellness-Bereiche, Dienstleistungsangebote wie Friseure und Fitnessstudios sowie soziale Einrichtungen wie Kinderbetreuungsstätten (mit dem Namen „Kinderplex“). Die Nutzungen sind direkt auf die Angestellten vor Ort abgestimmt und explizit für sie gedacht. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter gilt als extrem hoch, Google hat entsprechend motivierte und produktive Mitarbeiter.

Die Diskussion um Deutsche Büros muss einen Ruck erfahren. Sie darf sich nicht länger auf die viel zu eindimensionale Frage fokussieren, ob das Einzelbüro oder das Großraumbüro die bessere Lösung ist. Die Frage muss lauten: Wie kann beispielsweise die Kreativleistung von Mitarbeitern gefördert werden? Zwei der drei Antworten auf diese Frage hängen nach Ansicht der potenziellen Nachwuchskräfte unmittelbar mit der Gestaltung des Büros zusammen – nämlich das Ambiente und die Atmosphäre sowie die Arbeitsplatzgestaltung und -umgebung (der dritte Aspekt betrifft die Kollegen und Menschen um einen herum, so die Umfrage von Johnson Controls). Die Frage muss darf darüber hinaus nicht lauten, wie sich Flächenkosten über eine Maximierung der Belegungsdichte optimieren lassen – sondern: Wo liegt der Scheitelpunkt, an dem Flächenkosten und gleichzeitig Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter zum Wohle des Unternehmen, das eine Fläche nutzt, optimiert werden? Ich schätze das Produktivitäts- und Performance-Niveau der Büro- und Wissensarbeit in Deutschland auf lediglich etwa 55 Prozent. Das bedeutet, dass in den Wissensindustrien durchschnittlich eine fast doppelt so große Produktivität möglich wäre, wie sie heute zu beobachten ist. Hinzu kommen die Aspekte der Mitarbeiterbindung und die Vorteile im War for Talents.

Zudem gilt: Es genügt nicht, die Fragen zu beantworten – dem Reden muss endlich auch Handeln folgen. Die Erkenntnisse, wie sich die Kreativität, Produktivität und Motivation von Mitarbeitern durch eine ansprechende und zugleich flächeneffiziente Büroraumgestaltung verbessern lässt, sind längst bekannt. Wir setzten sie schlicht und ergreifend einfach nur nicht um – und wenn, dann oft zu zaghaft und nicht stringent genug. Ich plädiere daher eindringlich für eine Workplace-Revolution. Wir müssen uns bei der Gestaltung von Bürowelten vom Gestern lösen und endlich in der Gegenwart ankommen, um uns für die Zukunft vorzubereiten.


Andreas Lindenstruth ist Leiter Flächenmanagement bei der STRABAG Property and Facility Services GmbH.