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Abstract für 3. Deutschen Real Estate Asset Kongress Dr. Gertrud R. Traud
Über die zukünftige konjunkturelle Entwicklung nach der Eskalation der Finanzmarktkrise wird viel diskutiert. Wird sie einen V-, U- oder gar einen L-förmigen Verlauf nehmen? Zahlreiche Indikatoren sprechen mittlerweile für eine deutliche Konjunkturerholung, so dass das Lager der Pessimisten die L-Rezession weitgehend verworfen hat. Trotzdem bemühen viele Marktbeobachter derzeit wieder die Kassandra. Favorit in diesem Kontext ist nun eine W-Konjunktur. Das W unterstellt, dass auf einen raschen Aufstieg aus der Rezession ein erneuter Einbruch folgt. Als Grund wird angeführt, dass die Konjunkturpakete nur ein Strohfeuer entzünden würden und die expansive Fiskalpolitik bald zwangsläufig umgekehrt werden müsse. Die zu erwartenden Leitzinserhöhungen würde das zarte Aufschwungpflänzchen vollends ersticken.
Ein weiteres derzeit gerne diskutiertes Thema ist die Kreditklemme. Entsprechend dient dieses Argument ebenfalls dazu, dass die Konjunktur gar nicht wirklich wieder an Fahrt gewinnen könne. Aber wie hoch sind die Risiken tatsächlich und besteht nicht vielmehr die Gefahr, dass eine fortgesetzte Kreditexpansion uns direkt in die nächste Blase führt? Denn das zyklische Momentum der Weltkonjunktur gilt es nicht zu unterschätzen. So ging ein nicht unwesentlicher Teil des gesamtwirtschaftlichen Einbruchs in den Wintermonaten 2008/09 auf das Konto „Panikreaktion nach der Lehman-Pleite“. Dieses Überschießen auf dem Weg nach unten wird nun u.U. sogar viel schneller umgekehrt als von vielen erwartet. Denn solche Effekte wirken häufig sich selbst verstärkend, und dies nicht nur auf dem Weg nach unten, sondern jetzt auch auf dem Weg nach oben. Auch die viele Jahre vernachlässigte Wachstumskomponente Lagerzyklus sollte im aktuellen Aufschwung eine entscheidende Rolle spielen.
Welche Form wird der Konjunkturverlauf letztendlich annehmen? Werden die zyklischen Kräfte die weiterhin vorhandenen strukturellen Belastungen überlagern können? Werden die Notenbanken in der Lage sein, rechtzeitig den Geldhahn auch wieder zuzudrehen und wie soll die hohe Staatsverschuldung zurückgeführt werden? Es bleibt zu hoffen, dass zur Sanierung der Staatshaushalte nicht der Weg über eine reale Entwertung, also über Inflation gegangen wird.
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